Veloclub Asphaltrauschen

Club of Velo-Enthusiasts from Halle (Saale) and its surroundings.

2025 – ein Jahr auf Schienen

Bahnhöfe sind mehr als Orte des Ankommens und Weiterfahrens. Für viele von uns wurden sie 2025 zu Wegpunkten, Ausreden für kleine Umwege und zu Anlässen, bekannte Gegenden noch einmal zu besuchen.

Wer einmal mit der Eisenbahnromantik angefangen hat, fährt anders. Strecken werden nicht nur nach Tempo oder Ziel gewählt, sondern nach den Bahnhöfen. Plötzlich liegt hinter dem nächsten Feldweg nicht nur ein weiterer Ort auf der Karte, sondern ein neues Stück Eisenbahnromantik.

„Eisenbahnromantik stand ursprünglich nicht auf meiner Bucketlist – ich bin eher hineingeradelt. Aber es ist eine erstaunlich tolle Art, jede Gegend abseits der Standardrouten neu und anders zu entdecken.“

Julia

2025 hat genau das sichtbar gemacht: auf bekannten und unbekannten Wegen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch weit darüber hinaus bis nach Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Bayern und Österreich.

Foto: Basti R.

„Viele Bahnhöfe gesammelt, unzählige Kilometer abgespult und dabei immer die Gesamtführung im Blick behalten – genau das macht den Reiz der Eisenbahnromantik aus. Getreu dem Motto: Wer braucht schon Ztickets, wenn man Waden hat.“

Basti K.

Schnell war klar: Diese Challenge ist mehr als nur ein Spiel. Kleine Umwege werden eingeplant, neue Routen ausprobiert, Bahnhöfe gezielt angesteuert. Hier ein alter Haltepunkt im Nirgendwo, dort ein großer Bahnhof mitten in der Stadt. 

Manche gingen dabei besonders weit: Mit Felix gab es einen Teilnehmer, der während eines Tour sogar in einer Bushaltestelle schlief, nur um am nächsten Morgen direkt weiter Bahnhöfe anzufahren. Viele Touren führten bewusst abseits der Straße über Schotter, Waldwege und Feldpfade – immer mit dem nächsten Bahnhof im Blick.

Einsteigen, losfahren, entdecken – so einfach, so gut.

„Die erste Tour habe ich noch gemeinsam mit Basti gemacht. Ganz klassisch: einfach zusammen Radfahren. Zu Orten, die man noch nicht kennt. Neue Strecken entdecken, unbekannte Bahnhöfe ansteuern – ganz einfach.

Allerdings sind Basti und ich beide ziemlich ehrgeizige „Highperformer“. Jeder wollte ein Stück besser sein als der andere, und so wurde aus der ersten gemeinsamen Bahnhofstour ziemlich schnell ein echter Wettkampf. Kleine Sticheleien ließen nicht lange auf sich warten. Da wurde schon mal eine 180-km-Tour mit einem kleinen „Hupsi“ dem Anderen unter die Nase gerieben. Hauptsache, man hielt oder baute den Vorsprung aus. Und wenn das einmal nicht klappte, hatte man die nächste Tour längst im Hinterkopf und suchte im Terminplan nach der passenden Lücke, um wieder vorzulegen.

Für mich persönlich lag der besondere Reiz darin, mich immer tiefer in neue Routen hineinzufuchsen. Es ging darum, möglichst effizient Bahnhöfe zu sammeln, klug zu planen und die verfügbare Zeit optimal zu nutzen. Dabei waren die Orte selbst jedoch nie Nebensache. Im Gegenteil: Es war großartig, neue Regionen kennenzulernen und Eindrücke zu sammeln, die man nur auf diese Weise bekommt.

Die Touren führten mich vom Harz in den Thüringer Wald, weiter ins Erzgebirge und schließlich zur absoluten Mammut-Tour rund um Dresden: etwa 450 Kilometer, rund 300 Bahnhöfe – Übernachtung im Bushäuschen inklusive. Selbst der Weg zum Springsteen-Konzert in Berlin wurde mit dem Rad zurückgelegt – schließlich gibt es auch dort noch Bahnhöfe. Und ganz nebenbei weiß ich inzwischen auch, wo es ein Hotel in einer alten V180-Diesellok gibt.

So sehr uns der sportliche Ehrgeiz angetrieben hat – es war immer eine gesunde Rivalität. Und heute bin ich ehrlich gesagt froh, wieder gemeinsam mit Basti Touren fahren zu können. Nicht im Wettkampf, sondern aus Freude am Radfahren, am Entdecken und an der Eisenbahnromantik.“

Felix

Felix beschreibt den Reiz der Eisenbahnromantik nicht nur als sportliche Herausforderung, sondern als Mischung aus Ehrgeiz, Planung und Neugier. Aus ersten gemeinsamen Touren mit Basti entstand ein echter Wettkampf, aus kleinen Sticheleien wurden lange Routen, aus bekannten Regionen neue Entdeckungen. Gerade diese Verbindung aus Wettkampf und Landschaft macht den Kern des Formats sichtbar.

Auch in den anderen Stimmen zeigt sich, warum das Format so viel Begeisterung auslöst. Für Basti liegt der Reiz im Zusammenspiel aus vielen Kilometern, Gesamtwertung und dem ständigen Blick auf die Spitze. Für Julia wiederum wurde die Eisenbahnromantik zu einer überraschend guten Art, Gegenden abseits der Standardrouten neu zu entdecken. 


Wie die Eisenbahnromantik funktioniert

Das Prinzip ist einfach: Wir fahren Rad, zeichnen unsere Touren auf und laden sie hoch. Im Hintergrund prüft das System, welche Bahnhöfe wir erreicht haben. Jeder neue Bahnhof zählt und mit jeder Fahrt wächst die eigene Karte weiter.

Wichtig ist dabei nicht die Technik um ihrer selbst willen, sondern was sie ermöglicht. Die Eisenbahnromantik macht sichtbar, was du unterwegs bereits erlebt hast – und was noch auf dich wartet.


Die Jahreswertung 2025

Die Jahreswertung zeigt, was über viele Monate hinweg gemeinsam, individuell und mit viel Neugier entstanden ist. Sie erzählt die Dynamik einer Saison: gefahrene Kilometer, hochgeladene Tracks, erreichte Bahnhöfe und vor allem ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze.

Besonders spannend wurde es, als sich die Führung mehrfach verschob: am Ende setzte sich Basti K. knapp durch – ein gutes Bild dafür, wie sehr diese Challenge alle Teilnehmenden bis zum Schluss motiviert hat.

# Startnummer Name Bahnhöfe
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Wanderpokal und Jahrespreis

Ein besonderer Moment 2025 war die erstmalige Vergabe des Wanderpokals. Er macht sichtbar, wer gerade führt - und erinnert gleichzeitig daran, dass diese Führung nie endgültig ist. Genau darin steckt viel von dem, was die Eisenbahnromantik ausmacht: Bewegung, Entdeckung und die Freude daran, dass jede Tour die Lage wieder verändern kann.

Auch der Jahrespreis trägt diese Idee weiter. Statt eines klassischen Pokals gibt es einen Pin, der selbst Teil der Geschichte der Eisenbahnromantik ist. Die diesjährige Ausführung zeigt eine stilisierte Lokomotive im V180-Look – jene markante, kraftvolle Diesellok der ehemaligen DDR, gebaut für lange Strecken, zuverlässig im Einsatz und bekannt für ihre Ausdauer.

Genau darin liegt die Verbindung zum Radfahren: wie die V180 steht auch jede Fahrt für Konstanz, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, lange Distanzen aus eigener Kraft zu bewältigen. Kilometer für Kilometer, Abschnitt für Abschnitt – nicht spektakulär im Einzelmoment, aber beeindruckend in der Summe.

Fotos: Basti K.

Overall

Die Jahreswertung zeigt die Spannung einer Saison. Die Overall-Wertung macht sichtbar, was über mehrere Jahre daraus geworden ist. Sie erzählt nicht nur, wer vorne liegt, sondern auch, wie viel Kontinuität, Wiederkehr und Langstreckenlust inzwischen in der Eisenbahnromantik stecken.

Overall-Wertung

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Wie geht es weiter?

Auch nach der Jahreswertung 2025 ist nicht Schluss. Neue Bahnhöfe warten bereits, neue Strecken wollen erkundet werden. Jede Fahrt zählt weiterhin.

Gerade weil 2025 gezeigt hat, wie viel Dynamik, Geschichten und Gemeinschaft in diesem Format stecken, soll die Eisenbahnromantik 2026 neu aufgelegt werden. Das Ziel bleibt gleich, aber die nächste Runde soll klarer, zugänglicher und noch motivierender werden - mit neuer Nutzer:innen-Oberfläche sowie zusätzlichen Sonderwertungen und Herausforderungen.

Danke an alle, die 2025 Teil der Eisenbahnromantik waren - für eure Fahrten, eure Neugier, eure Ausdauer und eure Geschichten.

Steigt wieder auf. Fahrt weiter. Die nächsten Gleise liegen schon vor euch.

Foto: Basti R.

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